Waschbäralarm

Waschbär im Apfelbaum

Da sitzt er in unserem Apfelbaum und guckt uns an, der Waschbär. Wir wollen ihn von Nahem sehen, laufen schnell hin und gucken zurück – das Handy mit Foto-App griffbereit. Immerhin hat das possierliche Tierchen während unserer Abwesenheit in unseren frisch angelegten Beeten herumgewühlt. Vielleicht hat er nach Regenwürmern gesucht, die noch zarten Pflänzchen blieben glücklicherweise unverletzt – noch.

Auf der Seite der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt › Wildtiere im StadtgebietWaschbär steht u.a.:

„Waschbären polarisieren. Die einen halten sie für eine Plage, die man bekämpfen muss, die anderen schauen mit einem verklärten Blick …“

Genau dazwischen stehen wir. Wir schauen mit verklärtem Blick auf die Plage. Was soll man also tun?

  • Füttern!
    Das wäre total kontraproduktiv. Abgesehen davon, dass in Berlin das Füttern von Wildtieren bei einem Bußgeld bis zu 5.000 Euro verboten ist, würde sich der Waschbär alsbald sehr zu Hause fühlen und seinen eigenen Ambitionen nachgehen.
  • Eigenmächtig einfangen, umsetzen oder gar töten!
    Das Fangen, Verletzen oder Töten von Wildtieren ohne vernünftigen Grund ist grundsätzlich strafbar, es droht Bußgeld oder sogar Haft.
    Waschbären, die sich einmal in Menschenhand befanden, dürfen seit Einführung der Unionsliste nicht mehr freigelassen und auch nicht mehr umgesetzt werden.
  • Unbefugte um Beseitigung bitten!
    Es kann grundsätzlich bei der zuständigen Behörde ein Antrag gestellt werden. Dieser Bitte auf Beseitigung durch Jagdausübungsberechtigte wird jedoch nur in seltenen Fällen nachgekommen. Denn jegliche Jagdausübung im besiedelten Bereich ist verboten oder nur in Ausnahmefällen gestattet. Auch Fallenjagd ist in Berlin verboten.
    Waschbären in Berlin haben eine Schonzeit von Februar bis September.

Neben ausführlichen Texten zur Lebenswelt von Waschbären, zu Vorurteilen gegenüber diesen Wildtieren und zu sinnlosen Aktionen (Geräusche, Gerüche oder Licht), gibt es auch Hinweise zu sinnvollen Maßnahmen, die einfach umzusetzen sind.

  • Keine Speisereste auf den offenen Kompost werfen
  • Haustiere nicht draußen füttern und keine Reste liegen lassen
  • Mülltonnen mit einem schweren Stein oder anderweitig sichern
  • „Gelbe Säcke“ erst morgens an die Straße stellen
  • Fallobst direkt einsammeln
  • Zeitnah reifes Obst und Gemüse ernten
  • Vogelfutter so ausbringen, dass es für andere Tiere nicht erreichbar ist
  • Nistkästen so anbringen, dass Waschbären nicht heranreichen können

Website Senatsverwaltung – Waschbär
Zur Waschbär-Vor-Ort-Beratung des NABU